Am 15. März 2019 waren weltweit über 1.5 Millionen Menschen in 2069 Städten in 125 Ländern auf den Strassen, um gegen die Klimakatatrophe zu protestieren und umfassende Veränderungen hin zu einer nachhaltigen und ökologischen Gesellschaft zu fordern.

Am Freitag, 24. Mai 2019 wird der nächste globale Aktions- und Streiktag folgen. Wir müssen alles daran setzen, weitere Teile der Bevölkerung für den Streik zu gewinnen, und nicht nur in Schulen, sondern auch in den Unternehmen Aktionen und Streiks organisieren.

Aufruf in Salzburg: Globaler Klimastreik. Erobern wir uns die Straße zurück.

Für eine wirklich ökologische Alternative!

In immer mehr Ländern treibt die Klimakrise Woche für Woche zehntausende Schüler*innen, aber vermehrt auch Studierende, Eltern, Arbeiter*innen und Rentner*innen auf die Strasse. Sie kämpfen für eine lebenswerte Zukunft für sich und alle, die nach ihnen kommen.

Seit über 50 Jahren sind sich die Verantwortlichen in Politik und den Unternehmen über die Folgen des menschengemachten Klimawandels bewusst. Statt zu handeln, treffen sie sich auf unzähligen Konferenzen und verabschieden nicht nur nichtssagende, sondern auch nichtbindende Papiere. Dem müssen wir ein Ende bereiten! Um das in vielen wissenschaftlichen Studien zentrale Ziel, die Begrenzung der Erderwärmung auf 1.5C°, zu erreichen, müssen wir unsere Gesellschaft radikal umgestalten. Dabei reicht es nicht, einfach ein bisschen weniger Fleisch zu essen und weniger zu fliegen. Denn rund 100 Unternehmen sind für 71% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dies alleine zeigt schon, dass die nötigen Massnahmen nicht individuell, sondern gesellschaftlich angegangen und umgesetzt werden müssen.

Deshalb sind wir heute wieder auf der Strasse und fordern lautstark, dass sich die Klimapolitik grundlegend ändert. Nachhaltigkeit und die Bedürfnisse der Menschen und aller Lebewesen müssen über die Logik des Profits und des Wachstums gestellt werden!

SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE!

Wir unterstützen die Forderungen von Fridays for Future Österreich. Zugleich sind wir überzeugt, dass der Systemwandel unumgänglich ist, da sich die notwendige Klimapolitik in den bestehenden Machtverhältnissen nicht umsetzen lässt. Heute arbeiten Staat und Unternehmen nämlich eng zusammen, um ökonomisches Wachstum erhalten zu können. Das geht auf Kosten von Mensch und Umwelt. Die Zukunft unseres Planeten wird den Verheissungen von kurzfristigem und ausbeuterischem Profitstreben Mal für Mal untergeordnet. Deshalb müssen wir ausserhalb dieses Systems nach Alternativen suchen. Wir kämpfen für eine ökosozialistische und feministische Zukunft!

Konsum vs. Produktion

Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Menschen für eine nachhaltigere Lebensweise entscheiden. Doch die Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten darf nicht den einzelnen Individuen aufgebürdet werden. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es mehr als kluge Konsumentscheide. Uns wird ständig eingeredet, dass wir mit unseren Kaufentscheidungen beeinflussen können, was, auf welche Weise und für wen produziert wird. Doch dem ist nicht so. Es sind die Besitzer*innen der Unternehmen, die über die Produktion von Waren und deren Verteilung entscheiden. Und diese sind nicht am Klima interessiert, sondern am Profit. Erst wenn wir abseits von Profitinteressen die Gelegenheit haben, ökologisch und sozial verträglich zu produzieren, wird ein ökologisches Konsumverhalten für die ganze Gesellschaft möglich sein.

Klimagerechtigkeit

Die Auswirkungen des Klimawandels sind für viele Menschen bereits heute schmerzlich spürbar. Dies vor allem in Ländern, die meist schon stark von Armut betroffen und die Verlierer der Globalisierung sind. Der steigende Meeresspiegel lässt ganze Inseln verschwinden, Wüstenregionen werden aufgrund der zunehmenden Dürre unbewohnbar. Hunderttausende von Menschen verlieren ihr Zuhause und werden zur Flucht gezwungen. Währenddessen schaut der Rest der Welt weg, die Verursacher*innen ziehen sich aus der Verantwortung. Die Zahl, der vom Klimawandel Vertriebenen steigt von Jahr zu Jahr. Die europäische Antwort darauf war bisher Militarisierung und Befestigung der Grenzen.

Forderungen für eine ökologische Zukunft müssen bei den Lebensrealitäten der Betroffenen ansetzen. Um eine nachhaltige Lösung für Alle zu finden, müssen sie in Entscheidungen einbezogen statt marginalisiert werden. Eine nachhaltige Welt kann nur durch einen radikalen Wandel unseres Wirtschaftssystems erreicht werden und basiert zwingend auf globaler sozialer Gerechtigkeit. Um diese zu erreichen, muss eine von Unten geführte Bewegung entstehen, die sich den Entscheiden von Oben widersetzt. 

Weiter muss klar sein, dass wir keinen lokalen, sondern einen globalen Wandel anstreben. Da die Ungerechtigkeiten länder- und kontinentübergreifend sind, braucht es einen globalen Lösungsansatz, um die Verursacher*innen der Klimakrise zur Kasse zu bitten, einen Wandel einzuleiten und damit die Klimakatastrophe abzuwenden.

Lasst uns diese Bewegung stärken! Lasst uns zusammen für eine ökologische und soziale Zukunft kämpfen! System change not climate change!


Wie organisiere ich einen Schulstreik? – Berichte aus Schulen

Felix Lichtmannegger, 6. März 2019: Klimaproteste: Organisieren wir uns an den Schulen

Praktische Berichte über die Organisierung von Schulstreiks aus Dornbirn, Feldkirch und Linz auf der Webseite der Funke.

Textammlung für den Lesekreis zum runterladen als pdf-Datei)

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